Wir wollen unser Zuhause behalten

Briefkasten Verdrängung hat viele GesichterMieter_innen wehren sich gegen drohende Eigenbedarfskündigung

Zwei Nachbar_innen im Haus sollen ihr Zuhause verlassen, es droht eine Eigenbedarfs- kündigung durch den Vermieter. Doch wir möchten unsere Nachbar_innen behalten, wir nehmen es nicht hin dass sie verdrängt werden könnten. Aus diesem Grund haben 31 Mieter_innen einen Brief gegen die drohende Kündigung unterschrieben, der dann an die Hausbesitzer_innen übergeben wurde:

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Mieterseitige Forderungen zur geplanten Kündigung eines Mieters wegen Eigenbedarfs

Sehr geehrte Damen und Herren der Grundstücksgemeinschaft Weichselplatz,

wir, die Unterzeichnenden, möchten Ihnen mitteilen, dass wir sehr erschrocken sind, zu erfahren, dass ein Mitglied Ihrer Geschäftsführung Anspruch auf die Wohnungunserer Nachbarn erhebt. Zum einen waren zu dem Zeitpunkt, als Sie das Haus gekauft haben, fünf Wohnungen nicht vermietet. Zum anderen wurden 11 weitere Wohnungen frei und wurden größtenteils bereits neu vermietet. Es stand somit zu jeder Zeit freier Wohnraum für Sie zur Verfügung. Um den Weg zu einem besseren Miteinander zu beschreiten, fordern wir Sie zu Folgendem auf:

  1. Mieter_innen fühlen sich durch ein solches o.g. für uns unsoziales Verhalten verunsichert und verängstigt. Bitte nehmen Sie von solchen Methoden Abstand.
  1. Bitte erklären Sie den betroffenen Mietern, dass Sie an ihrer Wohnung kein Interesse mehr haben.
  1. Bitte bestätigen Sie jeder Mietpartei, dass alle Mitglieder Ihrer Grundstücksgemeinschaft unwiederbringlich und zeitlich unbegrenzt auf Ihr Kündigungsrecht aus § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB (Eigenbedarfskündigung) und aus § 573 Abs. 2 Nr. 3 BGB (Verwertungskündigung) verzichten.

Wir bitten um eine schriftliche Stellungnahme innerhalb der nächsten vier Wochen.

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Außerdem gab es eine kleine Info von einigen Bewohner_innen in die Briefkästen an alle Mieter_innen der FuldaWeichsel, die noch einmal klarmacht: Wir wollen in unseren Wohnungen bleiben!

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Nachbar_innen für Nachbar_innen Mai 2012

Liebe Mieterinnen und Mieter der Häuser Weichselplatz 8/9 und Fuldastr. 31/32

Wir möchten Sie/Euch darüber informieren, dass zwei Nachbar_innen im Vorderhaus Fuldastraße 31/32 eine Kündigung wegen Eigenbedarfs durch das Mitglied der Geschäftsführung der Grundstücksgemeinschaft Weichselplatz, Herrn Nikos Papamichail droht. Das bedeutet, dass die betroffenen Mieter_innen aus ihrer Wohnung ausziehen, ihr Zuhause verlassen müssen. Zum Zeitpunkt des Hausverkaufs waren fünf Wohnungen nicht vermietet und seitdem wurden weitere 11 Wohnungen frei, u.a. auch baugleiche. Diese sind mittlerweile wieder vermietet.

Nach mehreren Klagen auf Duldung der Modernisierungsankündigung ist mit der nun drohenden Eigenbedarfskündigung eine weitere Stufe erreicht. Wir fühlen uns von Verdrängung bedroht. Das bewusste oder gewollte Verdrängen von Mieterinnen und Mietern macht uns traurig und wütend. Wir wollen in unseren Wohnungen bleiben!

Es ist unser aller Interesse, dass sich alte und neue Mieter_innen verstehen lernen. Ein freundliches Miteinander und Respekt untereinander ist unser Wunsch. Wir wollen unser Zuhause behalten, wie auch unsere Nachbar_innen. Bezahlbare Mieten und der Verzicht auf Eigenbedarfskündigungen gehören dazu.

Mit herzlichen Grüßen, Eure Nachbarinnen und Nachbarn

Um einer Eigenbedarfskündigung entgegenzuwirken, können Sie / könnt Ihr von der Vermieterin eine Bestätigung über den Verzicht auf deren Kündigungsrecht verlangen. Beispielsweise so: „Bitte bestätigen Sie mir den unwiederbringlichen und zeitlich unbegrenzten Verzicht auf Ihr Kündigungsrecht nach §573 Abs. 2 Nr. 2 BGB (Eigenbedarfskündigung) und §573 Abs. 2 Nr. 3 BGB (Verwertungskündigung).“

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Eine Antwort zu “Wir wollen unser Zuhause behalten

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